Kurz gefasst
Worum geht es? Ein Pilot muss mitten in der Wüste notlanden und begegnet dort dem kleinen Prinzen, der ihm von seiner Reise, seiner Rose und den Menschen erzählt, die er auf verschiedenen Planeten kennengelernt hat.
Im Kern geht es um Freundschaft, Liebe, Verantwortung und die Frage, was uns wirklich wichtig ist. Ganz nebenbei hält Saint-Exupéry uns Erwachsenen dabei immer wieder einen kleinen Spiegel vor.
Für wen lohnt sich das Buch? Für Dich, wenn Du Geschichten magst, die sich leicht lesen lassen und trotzdem noch lange im Kopf bleiben. Und auch dann, wenn Du „Der kleine Prinz“ zuletzt als Kind gelesen hast.
Was „Der kleine Prinz“ so besonders macht
Eigentlich passiert nicht viel: Ein Pilot muss in der Wüste notlanden und trifft dort auf einen Jungen von einem anderen Planeten. Das war es auch schon. Doch gerade die Gespräche zwischen den beiden und die Geschichten des kleinen Prinzen machen dieses Buch so besonders.
Saint-Exupéry erzählt von Freundschaft, Nähe, Verantwortung, Einsamkeit und davon, wie unterschiedlich Kinder und Erwachsene die Welt sehen. Vieles wirkt zunächst ganz einfach und bleibt dennoch im Gedächtnis haften. Das liegt vielleicht auch daran, dass man sich an der einen oder anderen Stelle selbst wiedererkennt.
Freundschaft braucht Zeit
Eine der bekanntesten Begegnungen im Buch ist die mit dem Fuchs. Er möchte vom kleinen Prinzen „gezähmt” werden. Damit meint er nicht, dass der kleine Prinz ihn beherrschen soll. Es geht dem Fuchs eher darum, sich miteinander vertraut zu machen und eine Verbindung entstehen zu lassen.
Das braucht Zeit. Man trifft sich immer wieder, lernt sich kennen und wird einander wichtig. Eigentlich ist das ja selbstverständlich – und trotzdem vergessen wir im Alltag manchmal, dass Nähe nicht einfach so entsteht.
Liebe hat viele Gesichter und Verantwortung gehört dazu
Der kleine Prinz lernt auch, dass mit Verbundenheit Verantwortung einhergeht. Besonders deutlich wird das bei seiner Rose. Sie ist etwas Besonderes für ihn, denn er hat Zeit mit ihr verbracht, sich um sie gekümmert und eine Beziehung zu ihr aufgebaut. Es gibt vielleicht schönere oder außergewöhnlichere Rosen, doch mit ihr fühlt er sich verbunden.
Das ist ein schöner Gedanke: Menschen – oder eben Rosen – werden für uns nicht einfach so wichtig, sondern durch die gemeinsame Zeit, unsere Aufmerksamkeit und all‘ die kleinen Dinge, die eine Verbindung entstehen lassen. Und wenn uns jemand wichtig ist, können wir nicht so tun, als hätte das nichts mit uns zu tun.
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Nicht alles lässt sich in Worte fassen
„Der kleine Prinz“ lebt von den Gesprächen, aber längst nicht alles wird ausgesprochen. Die Art und Weise, wie die Figuren miteinander umgehen, verrät uns viel darüber, was ihnen wirklich wichtig ist. Vermutlich bleiben deshalb beim Lesen immer wieder kleine Szenen oder einzelne Sätze hängen, die auf den ersten Blick ganz unscheinbar wirken.
Saint-Exupéry erklärt seine Gedanken nicht bis ins letzte Detail. Er gibt uns Raum, darüber nachzudenken, was wir in einer Begegnung oder einer Geschichte entdecken. Beim zweiten Lesen versteht man vieles plötzlich ganz anders.
Die seltsame Welt der Erwachsenen
In „Der kleine Prinz“* kommen die Erwachsenen nicht besonders gut weg. Sie interessieren sich für Zahlen, Besitz, Macht und Ansehen. Dabei verlieren sie manchmal den Blick für das, was wirklich wichtig ist. Für den kleinen Prinzen sind viele ihrer Verhaltensweisen schlicht unverständlich.
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Natürlich sind wir als Erwachsene nicht automatisch so. Trotzdem erkennt man sich an der einen oder anderen Stelle wieder. Wir beschäftigen uns ständig mit Dingen, die dringend oder wichtig erscheinen. Dabei übersehen wir manches, das uns eigentlich viel mehr bedeutet.
Saint-Exupéry erinnert uns damit auch daran, die Welt gelegentlich wieder mit etwas mehr Neugier zu betrachten. Schließlich waren, wie er selbst schreibt, alle Erwachsenen einmal Kinder.
Zum Autor
Antoine de Saint-Exupéry wurde 1900 in Lyon geboren. Schon früh begeisterte er sich für die Fliegerei. Während seines Militärdienstes ließ er sich Anfang der 1920er-Jahre zum Piloten ausbilden. Ab 1926 arbeitete er für die französische Luftpost und flog unter anderem Strecken in Nordafrika. Später ging er nach Südamerika, wo er für die Aeroposta Argentina tätig war.
Auch das Schreiben spielte schon früh eine wichtige Rolle in seinem Leben. 1926 erschien mit „Der Flieger“ seine erste Erzählung. Bekannt wurde er vor allem mit Büchern, in denen seine Erfahrungen als Pilot eine große Rolle spielten. Für seinen 1931 erschienenen Roman „Nachtflug*“ erhielt er den französischen Literaturpreis Prix Femina.
Während des Zweiten Weltkriegs flog Saint-Exupéry Aufklärungsmissionen für die französische Luftwaffe. In den Jahren seines Aufenthalts in den USA entstanden mehrere seiner Werke. 1943 erschien in New York erstmals „Der kleine Prinz*“. Am 31. Juli 1944 startete Saint-Exupéry von Korsika zu einem weiteren Aufklärungsflug über dem besetzten Frankreich, von dem er nicht zurückkehrte.
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Antoine de Saint-Exupérys Werke
Saint-Exupéry schrieb nicht nur „Der kleine Prinz“. In vielen seiner Bücher spielen die Fliegerei, seine eigenen Erfahrungen als Pilot und seine Gedanken über das Leben eine wichtige Rolle. Zu seinen bekanntesten Werken gehören:
Südkurier*: Saint-Exupérys erster Roman erzählt vom Leben der Piloten, die in den Anfangsjahren der Luftpost Briefe zwischen Europa und Afrika transportierten.
Nachtflug*: Die Geschichte führt in die Welt der frühen Luftpost in Südamerika und erzählt von Piloten, Verantwortung und den Risiken des Fliegens.
Wind, Sand und Sterne*: In diesem autobiografisch geprägten Buch verarbeitet Saint-Exupéry seine Erlebnisse als Pilot und schreibt über Freundschaft, Menschlichkeit und das Leben.
Flug nach Arras*: Saint-Exupéry berichtet von einem gefährlichen Aufklärungsflug während des Zweiten Weltkriegs und seinen Gedanken angesichts von Krieg und Verantwortung.
Der kleine Prinz*: Seine bekannteste Geschichte über Freundschaft, Liebe, Verantwortung und den manchmal etwas seltsamen Blick der Erwachsenen auf die Welt.
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In Kürze
Mini-FAQ
Zum Schluss noch ein paar kurze Antworten auf Fragen rund um „Der kleine Prinz“.
Ist „Der kleine Prinz“ ein Kinderbuch?
Lohnt es sich, „Der kleine Prinz“ noch einmal zu lesen?
Unbedingt. Gerade bei diesem Buch verändert sich der Blick mit der eigenen Lebenserfahrung. Szenen oder Sätze, über die man früher einfach hinweggelesen hat, können Jahre später plötzlich hängenbleiben. Deshalb gehört „Der kleine Prinz“ für mich zu den Büchern, die man durchaus mehr als einmal lesen kann.
Wie umfangreich ist „Der kleine Prinz“?
Das hängt von der jeweiligen Ausgabe ab. Die von mir verlinkte broschierte Ausgabe* aus dem Anaconda Verlag umfasst 96 Seiten und enthält die farbigen Zeichnungen von Antoine de Saint-Exupéry. Das Buch lässt sich also gut an einem Nachmittag oder Abend lesen.











