Mehr fühlen, weniger denken.
Mach‘ es Dir gemütlich: Hygge für entspannte Feiertage
Draußen blinken die Lichterketten, die To-do-Liste wird länger und zwischen Einkäufen, Vorbereitungen und Terminen soll ganz nebenbei auch noch Weihnachtsstimmung aufkommen. Dabei wird es nicht automatisch gemütlich, nur weil Weihnachten vor der Tür steht.
Ich liebe die Adventszeit. Ich weiß aber auch, wie es ist, wenn aus vielen schönen Ideen schnell ein weiteres Programm wird, das noch erledigt werden will. Die passende Deko, besondere Geschenke, gutes Essen und möglichst viel gemeinsame Zeit – wir wollen, dass alles schön wird. Und genau das kann echt anstrengend sein.
Hygge ist für mich deshalb weniger ein Einrichtungsstil als eine Erinnerung daran, dass Gemütlichkeit nicht perfekt aussehen muss. Das dänische Wort beschreibt eine Pause vom Alltag, in der wir allein oder gemeinsam mit vertrauten Menschen entspannen und die kleinen Freuden des Lebens genießen. Es geht um die Momente, in denen man sich einfach wohlfühlt, ohne schon wieder etwas leisten oder vorbereiten zu müssen. Solche angenehmen Momente lösen nicht jedes Problem. Sie können aber dabei helfen, zwischendurch Abstand zu gewinnen, positive Gefühle bewusster wahrzunehmen und nach einem anstrengenden Tag wieder etwas herunterzufahren. Dass positive Gefühle auch für den Umgang mit Belastungen eine Rolle spielen können, zeigt unter anderem die psychologische Forschung zum Wohlbefinden.
In diesem Artikel geht es darum, wie man mit Licht, Textilien, Düften und kleinen Ritualen für mehr Gemütlichkeit während der Feiertage sorgen kann. Du findest hier eine Sammlung von Ideen, aus denen Du Dir das herauspicken kannst, was zu Dir, Deinem Zuhause und Deinen Feiertagen passt. Hygge sieht nicht bei jedem Menschen gleich aus. Im Folgenden zeige ich Dir deshalb nicht nur typische Elemente des dänischen Lebensgefühls, sondern auch, wie ich sie für mich und mein Zuhause übersetze.
Wenn es draußen voll wird, mach es Dir drinnen einfacher
Auf vielen Weihnachtsbildern sieht man die große, harmonische Familienfeier. In der Realität fühlen sich die Wochen davor allerdings manchmal eher wie ein Marathon an. Termine, Erwartungen und alte Familienmuster treffen aufeinander – und von der erhofften Gemütlichkeit bleibt plötzlich nicht mehr viel übrig. Eine Umfrage der American Psychological Association zeigt, dass die Feiertage für viele Menschen nicht nur mit positiven Gefühlen, sondern auch mit zusätzlichem Stress verbunden sind.
Hygge wirft für mich deshalb eine ganz andere Frage auf:
Wie stellst Du Dir diese Zeit eigentlich vor?
Nicht: Was muss noch erledigt werden? Was fehlt noch? Was erwarten die anderen?
Überlege stattdessen, welche zwei oder drei Gefühle Deine Feiertage prägen sollen. Vielleicht Wärme, Erleichterung und Geborgenheit. Vorfreude. Oder einfach das gute Gefühl, zwischendurch wieder durchatmen zu können.
Auch die britische Organisation Mind empfiehlt, die Feiertage an die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten anzupassen, statt sich von Erwartungen unter Druck setzen zu lassen. Ihre Tipps für den Umgang mit Weihnachten zeigen unter anderem, dass wir nicht alles mitmachen, erklären oder perfekt gestalten müssen.
Vielleicht darf Dein Fest etwas kleiner werden
Zum Beispiel mit:
- weniger Terminen
- weniger Perfektion
- mehr echten Momenten
Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse ernst zu nehmen, bedeutet nicht, dass uns andere Menschen egal sind. Es kann auch heißen, ehrlich zu prüfen, wie viel Familienprogramm, Vorbereitung und Trubel sich für uns noch schön anfühlen – und ab welchem Punkt es einfach zu viel wird.
Hygge bedeutet nicht, dass alles perfekt aussehen oder einem bestimmten Weihnachtsbild entsprechen muss. Entscheidend ist, ob es sich für Dich und die Menschen, mit denen Du feierst, gut anfühlt.
Vielleicht gehören dazu ein festlich gedeckter Tisch und viele Gäste. Vielleicht aber auch ein einfaches Essen, bequeme Kleidung und ein Abend ohne Programm. Beides kann Weihnachten sein.
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Mehr InformationenHygge - das Glücksgeheimnis der Dänen Euromaxx (C) DW Deutsche Welle
Kleine Rituale statt großer Show
Rituale geben unserem Alltag Struktur. Sie markieren Übergänge, schaffen Verlässlichkeit und können uns gerade in vollen oder anstrengenden Zeiten Halt geben.
Drei ganz einfache Hygge-Rituale für die Feiertage
Das können zum Beispiel folgende sein:

Dein Ankommensmoment
Zünde jeden Abend dieselbe Lampe oder Kerze an, atme einmal tief durch und sage Dir innerlich: „Jetzt ist Feierabend.“

Dein Übergangsritual
Wenn Du nach Hause kommst oder nach einem längeren Telefonat wieder für Dich bist, mache Dir eine Tasse Tee oder Kakao, lege das Handy weg und nimm Dir fünf Minuten Zeit, um zu spüren, wie es Dir gerade geht.

Dein Abendabschluss
Schreibe vor dem Schlafengehen kurz auf, wofür Du dankbar bist. Drei Dinge reichen. Das können eine warme Decke, ein Satz, der Dich berührt hat, oder ein vertrauter Duft aus der Küche sein.
Solche Rituale müssen niemandem außer Dir gefallen. Sie müssen auch nicht kompliziert sein. Im Gegenteil: Je einfacher sie sind, desto eher wirst Du sie tatsächlich nutzen.
Licht- und Sofainseln: Bereiche, in denen Du loslassen kannst
Für mich beginnt der Feierabend nicht erst auf dem Sofa. Er beginnt oft schon in dem Moment, in dem das große Licht ausgeht und die kleinen Lampen oder Lichterketten angehen. Der Raum verändert sich – und ich gleich mit.
Helles Deckenlicht hält mich eher wach und aktiv. Warmes, indirektes Licht dagegen macht einen Raum weicher und hilft mir dabei, den Tag hinter mir zu lassen. Deshalb habe ich das ganze Jahr über zwei dezente Lichterketten, die für mich genauso gut zu einem Sommerabend wie zu einem dunklen Wintertag passen. Sobald ich sie einschalte, stellt sich automatisch ein anderes Gefühl ein.
Auch Düfte gehören für mich dazu. Manchmal nutze ich einen Diffusor mit Lichtspiel, manchmal Räucherstäbchen. Dabei wähle ich den Duft je nach Raum und Stimmung. Ich mag es, wenn er die Atmosphäre begleitet, ohne alles zu überlagern.
Besonders angenehm finde ich, dass sich sowohl Lichterketten als auch einige Diffusoren über eine Zeitschaltuhr steuern lassen. Dann ist das Licht bereits an oder ein vertrauter Duft liegt im Raum, wenn ich nach Hause komme. Ich muss nicht erst für Gemütlichkeit sorgen – sie ist schon da.
Vielleicht entsteht auch bei Dir eine solche kleine Insel:
- eine Kerze oder eine kleine Lampe auf dem Tisch
- eine Lichterkette, die ein Regal oder eine Ecke in warmes Licht taucht
- eine Decke und ein paar Kissen, die nicht nur dekorativ aussehen, sondern tatsächlich benutzt werden dürfen
- ein Duft, den Du mit einem schönen Ort, einer Jahreszeit oder einer Erinnerung verbindest
Das muss weder perfekt eingerichtet noch besonders aufwendig sein. Oft reicht eine Ecke, die sich anders anfühlt als der Rest des Raumes. Ein Platz, an dem Du nicht mehr funktionieren musst und an dem der Tag langsam auslaufen darf.
Bei Duftmischungen achte ich darauf, welche Duftstoffe enthalten sind. Ich bevorzuge naturreine ätherische Öle gegenüber rein synthetisch komponierten Duftölen, weil ich Düfte gezielt in der Aromatherapie einsetze, zum Beispiel zur Entspannung, bei Erschöpfung oder unterstützend bei Erkältungsbeschwerden. Und manchmal auch ganz pragmatisch zum Putzen. 🙂
Mindestens genauso wichtig ist mir, dass ein Duft wirklich zu mir passt und nicht nur auf der Verpackung gut klingt. Vanille, Zimt, Apfel oder Tannengrün mögen nach Gemütlichkeit und Zuhause klingen – gut riechen müssen sie für Dich deshalb noch lange nicht. Vielleicht ist es bei Dir ein ganz anderer Duft. Entscheidend ist, womit Du Dich gerne umgibst und wohlfühlst.
Je nach Jahreszeit und Stimmung wähle ich unterschiedlich: Im Sommer dürfen Düfte frisch sein oder dabei helfen, Insekten fernzuhalten. Nach einem anstrengenden Tag greife ich eher zu einem Duft, den ich als entspannend empfinde. Wenn ich erschöpft bin, darf es etwas Frisches, Belebendes oder Regenerierendes sein.
⚠️ Falls Haustiere mit Dir leben, ist allerdings besondere Vorsicht nötig.
Ätherische Öle sind nicht automatisch harmlos. Ob ein Öl problematisch ist, hängt unter anderem von der Tierart, dem verwendeten Öl, der Konzentration und der Art der Anwendung ab. Vor allem Katzen und Vögel können auf bestimmte ätherische Öle und den feinen Nebel von Diffusoren empfindlich reagieren.
Bei Haustieren genügt es daher nicht, einfach nur weniger Duft zu verwenden. Prüfe vorher, ob das jeweilige Öl für Dein Tier geeignet ist, sorge für gute Belüftung und achte darauf, dass das Tier den Raum jederzeit verlassen kann. Öle gehören außerdem weder auf das Fell noch auf die Haut des Tieres. Bei Unsicherheit ist eine Rücksprache mit der Tierarztpraxis die sicherste Lösung.
Eine Ecke nur für Dich
Besonders wohltuend kann ein Platz sein, der ganz klar Dir gehört. Es reicht schon eine kleine Ecke, in der Du Dich gerne niederlässt.
Wie wäre es zum Beispiel mit:
- Deiner Lieblingskuscheldecke am Ende des Sofas
- einer weichen Überwurfdecke auf dem Sessel
- einem Stapel Kissen am Fenster
Dort kannst Du Dir alles bereitlegen, was Du gerade gerne um Dich hast: vielleicht ein schönes Hygge-Buch*, das Dich durch die Saison begleitet, eine Tasse Tee* und Dein Notizbuch*.
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Holz, Natur und kleine Bastelprojekte
Holz bringt für mich eine besondere Wärme in den Raum. Es wirkt natürlich, lebendig und fühlt sich angenehm an. Ein Couchtisch aus Holz, ein schlichtes Brett mit Kerzen oder ein paar Holzscheiben als Untersetzer können die Atmosphäre sofort verändern.
Dafür braucht es nicht viel: vielleicht einen Holztisch, der ohnehin schon da ist, ein paar Äste oder Holzscheiben vom letzten Spaziergang, dazu Zapfen, getrocknete Orangenscheiben oder Nüsse.
Wenn Du Lust hast, kann daraus ganz nebenbei ein kleines Bastelprojekt werden. Vielleicht gestaltest Du Kerzenhalter aus Holz oder arrangierst auf einem Tablett Holz, Kerzen und etwas Tannengrün.
Ob das Ergebnis perfekt oder besonders kunstvoll aussieht, spielt dabei keine große Rolle. Gerade die kleinen Unebenheiten, unterschiedlichen Formen und selbst gesammelten Materialien machen den Reiz aus. So entsteht eine Dekoration, die nicht einfach nur gekauft wirkt, sondern etwas von Dir und Deinem Zuhause erzählt.
Düfte, die Erinnerungen wecken und den Raum verändern
Düfte sind eng mit unseren Gefühlen und Erinnerungen verbunden. Geruchsinformationen gelangen über besondere Nervenbahnen in Bereiche des Gehirns, die an Emotionen und Gedächtnis beteiligt sind. Deshalb kann uns ein vertrauter Geruch innerhalb weniger Augenblicke in eine andere Zeit zurückversetzen und sehr lebendige Bilder wachrufen.
Gerade an den Feiertagen kannst Du Düfte bewusst für hyggelige Momente nutzen:
- mit dem Duft frisch gebackener Plätzchen
- mit Tannengrün in einer Vase oder einem Kranz
- mit einer selbst gegossenen Kerze und Deiner Lieblingsmischung
Vielleicht möchtest Du Deine Kerzen sogar selbst herstellen. Aus alten Kerzenresten, einem passenden Docht und einem hitzebeständigen Gefäß lässt sich eine ganz persönliche Kerze gießen. Ich mache das selbst auch ganz gerne.
Wenn Du darauf keine Lust hast, sind gekaufte Duftkerzen* natürlich genauso schön.
Welcher Duft soll Deine Feiertage begleiten?
Vielleicht sind es Zimt* und Orange*, vielleicht Vanille* und Kakao*. Es muss aber nicht unbedingt ein typischer Weihnachtsduft sein. Entscheidend ist, womit Du Dich wohlfühlst.
Wenn ein bestimmter Duft immer wieder zu Deinen ruhigen Weihnachtsmomenten gehört, kann er sich mit diesen Erinnerungen verbinden. So entsteht mit der Zeit ein persönlicher Duftanker: ein vertrauter Geruch, der Dich später an Wärme, Ruhe und schöne gemeinsame Momente erinnert.
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Rezept-Reflexion
Wenn Du ein neues Rezept in Dein Rezeptbuch einträgst, ergänze eine Frage:
- „Welchen Moment verbinde ich mit diesem Gericht?“
- „Wem möchte ich das einmal weitergeben?“
So entsteht Schritt für Schritt ein Buch voller Geschichten statt nur voller Mengenangaben.
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Hygge in der Küche
Für mich gehört Wohlfühlessen einfach zu Hygge. Damit meine ich Gerichte, die sich nach Zuhause anfühlen: Eintöpfe, Aufläufe, warme Suppen, frisch gebackenes Brot, Kuchen, Brownies und Plätzchen. Manchmal erinnern sie uns an die Kindheit, an bestimmte Menschen oder einfach an einen Moment, in dem für eine Weile alles gut war.
Auch die Zubereitung kann zu einem kleinen Hygge-Ritual werden. Gemüse schneiden, in einem Topf rühren, zwischendurch abschmecken – diese einfachen Handgriffe holen mich aus dem Kopf zurück in den Moment. Beim gemeinsamen Kochen entstehen oft ganz nebenbei Gespräche, für die am Tisch vielleicht gar kein Platz gewesen wäre.
Ich liebe es, alte Familienrezepte und eigene Lieblingsgerichte zu sammeln, die dann in meinem Rezeptbuch zum Selberschreiben* ihren Platz finden. Mit jedem handschriftlich eingetragenen Rezept wächst darin nicht nur eine Sammlung von Gerichten, sondern auch von Erinnerungen:
„Das waren die Brownies, die meine Kolleginnen so geliebt haben.“
„Diesen Kuchen backen wir jedes Jahr, sobald der erste Schnee fällt.“
Vielleicht notierst Du neben den Zutaten auch, von wem das Rezept stammt, wann Du es zum ersten Mal gekocht hast oder welche Erinnerung Du damit verbindest. So wird aus einem einfachen Rezeptbuch nach und nach etwas sehr Persönliches.
Auch hier lässt sich leicht ein kleiner Hygge-Moment schaffen: Musik an, Handy aus und vielleicht eine Kerze auf dem Küchentisch. Dann ist nicht erst das fertige Essen die Auszeit, sondern schon die Zeit, in der es entsteht.
Hygge zum Verschenken
Geschenke gehören für viele an den Feiertagen einfach dazu. Bei Hygge geht es dabei weniger um die Frage: „Was kostet das Geschenk?“ Viel wichtiger ist: „Passt es zu der Person und fühlt es sich gut an?“
Ein hyggeliges Geschenk passt zum Alltag der Person, lädt zu Ruhe, Genuss oder Wärme ein und darf schlicht sein, wenn es mit Bedacht ausgewählt wird.
Textilien wie Kuscheldecken*, Bettwäsche oder Kissen passen für mich besonders gut dazu. Sie werden nicht nur einmal ausgepackt, sondern oft über lange Zeit benutzt und erinnern vielleicht immer wieder an den Menschen, von dem sie stammen.
Auch die Verpackung* kann zeigen, dass Du Dir Gedanken gemacht hast. Dafür braucht es weder Glitzer noch besonders aufwendige Schleifen. Naturmaterialien, eine schlichte Box, ein kleiner Zweig oder ein handgeschriebener Anhänger reichen oft völlig aus.
Das macht nicht nur das Geschenk selbst persönlicher, sondern auch den Moment, in dem es überreicht wird.
Hygge schenken: gemeinsame Zeit statt Dinge
Zu Hygge gehört auch, dass wir bewusst Zeit miteinander verbringen. Gleichzeitig möchten viele weniger konsumieren. Initiativen wie „Zeit statt Zeug“ erinnern uns daran, dass gemeinsame Erlebnisse oft länger in Erinnerung bleiben als materielle Geschenke.
Vielleicht möchtest Du in diesem Jahr einen Teil der Geschenke durch gemeinsame Zeit ersetzen? Denkbar wären ein Spaziergang mit Thermoskanne und Decke, ein Filmabend mit Kakao und Plätzchen, ein gemeinsamer Koch- oder Backtag, an dem Ihr neue Rezepte ausprobiert, oder ein Gutschein für einen Nachmittag, an dem Du jemandem Zeit schenkst und bei Alltagsaufgaben hilfst.
Wie wäre es zum Beispiel mit einer schönen Tasse und einer Kakao-Mischung* zusammen mit einer handgeschriebenen Einladung zu einem gemeinsamen Abend? Auch eine weiche Decke kann für das Versprechen stehen, sich regelmäßig Zeit füreinander zu nehmen und es sich zusammen gemütlich zu machen.
So bleibt von dem Geschenk nicht nur ein Gegenstand, sondern auch die Vorfreude auf gemeinsame Zeit.
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Hyggelige Feiertage in verschiedenen Lebenssituationen
Nicht alle Menschen verbringen die Feiertage im großen Familienkreis. Manche leben weit entfernt von ihrer Familie, andere feiern bewusst allein oder im kleinen Kreis. Und manchmal ergeben sich die Umstände einfach so.
Entscheidend ist nicht, wie Weihnachten vermeintlich auszusehen hat, sondern welche Form sich in der eigenen Situation stimmig anfühlt. Statt „So macht man das eben“ kann deshalb eine andere Frage hilfreicher sein: „Was tut mir gerade wirklich gut?“
Wenn Du lieber im kleinen Kreis feierst
Vielleicht bist Du eingeladen, spürst aber, dass Dir ein ganzer Tag voller Gespräche, Menschen und Programm zu viel ist. Dann kannst Du zum Beispiel eine Einladung freundlich und klar begrenzen, später dazukommen oder früher wieder gehen oder nur einem Teil der Termine zusagen.
Vielleicht gestaltest Du stattdessen Dein eigenes kleines Hygge-Fest: einen gemütlichen Abend mit einem Menschen, bei dem Du Dich sicher fühlst, einen Spaziergang im Winterlicht oder einen ruhigen Tag mit Buch, Decke und Deinem Lieblingsessen. Das habe ich selbst schon so gemacht. Für mich war es in dieser Phase genau das Richtige.
Wenn Du die Feiertage allein verbringst
Allein zu feiern ist nicht automatisch dasselbe wie einsam zu sein. Vielleicht genießt Du die Ruhe sogar und bist froh, für eine Weile keine Erwartungen erfüllen zu müssen. Vielleicht fühlt sich der Tag trotzdem komisch oder ungewohnt an, obwohl Du die Ruhe genießt. Beides ist möglich.
Die britische Organisation Mind empfiehlt in ihren Tipps für die Feiertage, vorher zu überlegen, was einem guttut, und den Tag den eigenen Bedürfnissen entsprechend zu gestalten.
Dein persönlicher Hygge-Tag könnte zum Beispiel so aussehen:
- morgens ein gutes Frühstück mit Kerzen und Musik
- ein längerer Spaziergang, vielleicht mit Deinem Lieblingspodcast
- ein Gericht, das Du sonst nur für Gäste kochst
- ein Videoanruf mit einem Menschen, der Dir nahesteht
- abends ein Film oder Buch, das Du schon lange genießen möchtest
Statt Dich daran zu orientieren, wie Weihnachten „eigentlich“ sein sollte, kannst Du beobachten, was Dir an diesem Tag wirklich guttut. Vielleicht ist es die besondere Ruhe. Vielleicht brauchst Du Verbindung. Vielleicht von beidem ein wenig.
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Mini-Hygge-Übungen für Deinen Alltag
Damit Hygge nicht nur an den Feiertagen auftaucht, kannst Du ein paar kleine Rituale in Deinen Alltag mitnehmen, die auch im Januar und darüber hinaus guttun.

Die "Drei-Atemzüge-Tasse"
Jedes Mal, wenn Du Dir ein warmes Getränk machst:
- Nimm die Tasse in beide Hände.
- Atme dreimal tief ein und aus.
- Sage Dir innerlich einen freundlichen Satz, zum Beispiel: „Es ist okay, müde zu sein“ oder „Ich darf langsam machen.“

5 Minuten Deckenpause
Schnapp‘ Dir eine Decke oder ein Kuscheltuch, setze oder lege Dich bequem hin und stelle den Timer auf fünf Minuten.
In dieser Zeit wird nicht gescrollt und nichts geplant. Spüre einfach, wie die Decke auf Deiner Haut liegt und wie sich Dein Körper gerade anfühlt. Es muss nichts Besonderes passieren.

Duftanker setzen
Wähle einen Duft, der Dich an „Ruhe“ erinnern soll. Vielleicht eine bestimmte Kerze oder ein ätherisches Öl. Nutze ihn immer nur in ruhigen Momenten. Mit der Zeit lernt Dein Gehirn: „Dieser Duft bedeutet Pause.“ Dadurch kann es Dir leichter fallen, Dich zu entspannen, sobald Du ihn riechst.
Welche Hygge-Momente schenkst Du Dir dieses Jahr?
Vielleicht sind es viele kleine Dinge: die Decke, die immer bereitliegt, die Kerze, die Du nur für Dich anzündest, ein Lieblingsrezept für Deine kleine Runde oder die Entscheidung, eine Einladung freundlich abzulehnen, weil Du gerade Ruhe brauchst.
Welche Rituale, Düfte, Rezepte oder Geschenkideen machen Deine Feiertage hyggelig? Teile sie gerne in den Kommentaren. Vielleicht ist Deine Idee genau das, was ein anderer Mensch gerade gebrauchen kann.
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Update: Diesen Beitrag haben wir zuerst am 24. November 2020 veröffentlicht.
In Kürze
Mini-FAQ
Wie kann ich meine Feiertage stressfrei und hyggelig gestalten?
Hygge macht die Feiertage nicht automatisch stressfrei. Es kann uns aber dabei helfen, weniger Programm einzuplanen und die kleinen, angenehmen Momente bewusster wahrzunehmen. Warmes Licht, eine Tasse Tee, ein einfaches Wohlfühlgericht oder eine freundlich begrenzte Einladung reichen oft schon. Entscheidend ist nicht, möglichst viel umzusetzen, sondern das auszuwählen, was zu Dir und Deinen Feiertagen passt.
Funktioniert „Hygge” auch, wenn ich Weihnachten allein verbringe?
Ja. Hygge ist nicht Familien oder Paaren vorbehalten. Auch allein kann ein Tag warm und stimmig sein – mit einem Lieblingsfrühstück, einem Spaziergang, einer warmen Mahlzeit und einem ruhigen Abend mit einem Film oder Buch. Wenn sich das Alleinsein nicht gut anfühlt, kann Verbindung genauso dazugehören: das kann ein Videoanruf, eine Nachricht oder ein Treffen mit einem Menschen sein, der dir nahesteht.
Brauche ich viel neue Deko, um eine hyggelige Atmosphäre zu schaffen?
Nein. Für eine hyggelige Atmosphäre braucht es keine neue Ausstattung. Warmes Licht, eine Decke, ein paar Kissen, etwas Holz oder Tannengrün und ein Platz, an dem Du Dich gerne aufhältst, reichen oft schon. Nutze, was bereits da ist, und ergänze nur das, was wirklich zu Dir und Deinem Zuhause passt.
Claudia Gund
Gründerin & redaktionelle Stimme von innenklar.com
Alltagstaugliche Impulse für innere Klarheit und Selbstführung











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